Ein Kakaobaum auf einer Pflanzung in Indonesien.

Angesichts des fortschreitenden Klimawandels werden wir voraussichtlich Anbausysteme für Kakao benötigen, die deutlich besser auf die zunehmenden Wetterextreme ausgerichtet sind. Das heißt vermutlich auch, dass wir andere Kakao-Pflanzen züchten müssen.

Dr. Anja Gassner, Managing Director beim Center for International Forestry Research (CIFOR) in Bonn, betont grundsätzlich, dass Niederschläge den wichtigsten Umweltfaktor darstellen, der Kakaoerträge beeinflusst. Eine durchschnittliche Niederschlagsmenge von 1.400 bis 2.000 mm pro Jahr reicht aus, um das Wachstum der Kakaobäume zu fördern, und weniger als 1.200 mm pro Jahr führen zu Wasserdefiziten im Boden und zu geringerem Wachstum und Ertrag. Die jahreszeitliche Verteilung der Niederschläge ist jedoch oft wichtiger als die jährliche Gesamtmenge, und verschiedene Bodentypen haben unterschiedliche Wasserrückhalteeigenschaften, die die Empfindlichkeit der Kakaobäume gegenüber Bodenwasserdefiziten verändern. 

Längere Trockenperioden können erhebliche negative Auswirkungen auf Wachstum und Ertrag der Bäume haben. Aber auch zu viel Niederschlag, etwa während der Blütezeit, kann verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn es in dieser sensiblen Phase zu früh, zu viel und zu lange regnet, verlieren die Kakaobäume ihre Blüten in großem Umfang und es können erst gar keine oder viel zu wenige Früchte entstehen. Warum der fortschreitende Klimawandel gegenwärtig verbreiteten Anbausystemen besonders zu schaffen macht, erläutert Dr. Gassner in dem nachfolgenden Video. 

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer Seite im Beitrag: “Wo bleiben technische Leitlinien für Agroforstsysteme?” und auf Schokoinfo.de hier sowie im ausführlichen Schokotorial “Kakao und Klimawandel”.

Mehr aus dieser Rubrik

Nachhaltiges Palmöl ist möglich! Seit einem Jahr unterstützt der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) das Mitgliederprojekt des Forum…

Read more

Unser ganzer Körper und sein Stoffwechsel werden von einem komplexen Netzwerk zeitlicher Rhythmen gesteuert. Welche Auswirkungen das auf unser Gewicht…

Read more

Die deutsche Süßwaren- und Knabberartikelindustrie ist ein bedeutender Abnehmer landwirtschaftlicher Produkte insbesondere aus Deutschland und Europa.

Read more

Dass dieser Zusammenhang von Hunger und Ärger sowie Reizbarkeit – beschrieben durch die Wortverschmelzung „Hangry“ aus „hunger“ und „angry“ –…

Read more

Auf der Hitliste der beliebtesten Knabberartikel liegen die Kartoffelchips vorne (76 %), gefolgt von Nüssen oder Nussmischungen (69 %) und salzigen…

Read more

Musik beim Essen? In einer experimentellen Studie untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Dänemark und Finnland die Auswirkung von…

Read more